Wolkenobservatorium auf Barbados

Flache Kumuluswolken, wie sie in der nordatlantischen Passatwindregion vorkommen, sind vielleicht die am weitesten verbreiteten Wolken auf der Erde. Sie sind vielleicht auch die simpelsten. Trotzdem gibt es noch erstaunlich große Lücken im Verständnis dieser Wolken. Beispielsweise wie sie sich als Reaktion auf den Klimawandel verändern. Oder inwiefern ihre Eigenschaften von Veränderungen der atmosphärischen Aerosole beeinflusst werden.

 

Da flache Kumuluswolken eine wichtige Rolle bei der Modulierung des Strahlenflusses in den Ozean und der Verdunstung von Wasser in die Atmosphäre spielen, sind diese Fragen von zentraler Bedeutung für das Verständnis des Klimasystems und unsere Fähigkeit, den Klimawandel vorherzusagen. Auf verschiedene Weise sind unsere Verständnislücken auf einen Mangel an Beobachtungen zurückzuführen. Flache Wolken über dem Ozean sind nur schwer aus dem All zu beobachten und Bodenstationen sind da dicht verbreitet - in den mittleren Breiten und den Tropen - wo flache Wolken seltener auftreten. Durch den Aufbau einer Wolkenmessstation auf Barbados macht das Max Planck Institut für Meteorologie in Hamburg, zusammen mit dem Caribbean Institute for Meteorology and Hydrology in Barbados und anderen Partnerinstituten, nun die nötigen Messungen, um wichtige Fragen zu den statistischen Eigenschaften dieser Wolken und ihrer Verbindung mit dem Klimawandel zu beantworten.

 

Seit dem 1. April 2010 operationell betrieben, befindet sich die Station an der Ostküste der Insel Barbados, am sogenannten Deebles Point, der dem relativ ungestörten Passatwind ausgesetzt ist.