Rund 350 Klima- und Computerfachleute tagen beim km-Scale Global Modelling Summit 2026 in Hamburg
Wie wird das Wetter in Zukunft aussehen? Wo ist häufiger mit extremen Wetterlagen zu rechnen, und wie heftig werden sie ausfallen? Fragen dieser Art stellen sich dringend im Hinblick auf den fortschreitenden Klimawandel und die notwendige Anpassung daran. Zu ihrer Beantwortung braucht es jedoch Klimaprojektionen mit einer Detailgenauigkeit, die traditionelle Erdsystemmodelle nicht liefern können. Doch dank modernster Hochleistungsrechner, fortschrittlicher Software und Künstlicher Intelligenz (KI) haben Forschende große Schritte auf dem Weg zu einer neuen Generation von Erdsystemmodellen mit einer Auflösung von nur wenigen Kilometern gemacht. Rund 350 Akteur*innen in diesem Innovationsfeld treffen sich derzeit beim km-Scale Global Modelling Summit 2026, der vom 20. bis 24. Juli in der Bucerius Law School in Hamburg stattfindet. Das Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) ist der lokale Veranstalter und einer der Sponsoren der Veranstaltung.
Neue Horizonte erschließen
Globale Erdsystemmodelle im Kilometermaßstab unterscheiden sich von traditionellen Klimamodellen nicht nur durch ihr viel feineres Rechengitter; sie enthalten auch eine viel größere Zahl von Prozessen, die explizit mit physikalischen Gleichungen – und nicht nur mithilfe statistischer Näherungen – beschrieben werden. Dies verlangt selbst modernsten Supercomputern einiges ab. Deshalb ist die Modellierung im Kilometermaßstab eine Herausforderung für Klimaforschung, Informatik und Computerwissenschaft gleichermaßen – und ein Antrieb für Innovationen im Bereich von High-Tech und KI.
Das Tagungsprogramm des Summit spiegelt diese Interdisziplinarität wider. Vortragende von unterschiedlichen Klimaforschungseinrichtungen, Universitäten, Rechenzentren und von Technologiefirmen berichten von den jüngsten Entwicklungen in ihrem Bereich: von ersten wissenschaftlichen Experimenten mit sturmauflösenden Modellen über die KI-gestützte Vorhersage bis hin zu Beobachtungsprogrammen, mit denen sich die Modelle und mit deren Hilfe entwickelte Hypothesen überprüfen lassen. Zum Abschluss der Konferenz wollen die Expert*innen gemeinsame Erklärungen veröffentlichen, die den aktuellen Stand der Forschung und die Möglichkeiten, die sich durch Erdsystemmodelle im Kilometermaßstab eröffnen, zusammenfassen.
Vereint durch eine Vision
Der km-Scale Global Modelling Summit wird von mehreren wissenschaftlichen Projekten finanziert – darunter WarmWorld, welches vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert wird, das EU-Projekt EERIE und das durch das Züricher Open-ETH-Programm finanzierte Projekt EXCLAIM. Die Veranstaltung knüpft an die wissenschaftlichen Fortschritte von weiteren Projekten und Initiativen an und führt die Vision der Earth Virtualization Engines (EVE) fort, detailgenaue Klimainformationen für alle zugänglich zu machen.
Angetrieben von dieser Vision hat sich eine weltumspannende Gemeinschaft gebildet, die sich regelmäßig trifft und beständig wächst. So hatten sich im vergangenen Jahr Forschende an zehn Orten rund um den Globus zum Global Km-Scale Hackathon des World Climate Research Programme (WCRP) versammelt – darunter in Hamburg. Die nächste Ausgabe des Events ist für Juni 2027 geplant; auch hier werden sich das MPI-M und seine Partnereinrichtungen einbringen. Ein dreitägiger Hackathon am MPI-M mit rund 50 Teilnehmenden, welcher vom 16.–18. Juli unmittelbar vor dem Summit stattfand, diente unter anderem der Vorbereitung dieser Veranstaltung.
Weitere Informationen
Kontakt
Dr. Elina Plesca
Max-Planck-Institut für Meteorologie
elina.plesca@mpimet.mpg.de
Prof. Dr. Bjorn Stevens
Max-Planck-Institut für Meteorologie
bjorn.stevens@mpimet.mpg.de