Nadja Omanovic erforscht als Humboldt-Stipendiatin arktische Wolken
Im Zuge des Klimawandels erwärmt sich die Arktis viel schneller als der globale Durchschnitt. Das Ausmaß dieser arktischen Verstärkung wird in Klimamodellen nicht korrekt abgebildet. Dies liegt unter anderem daran, dass die Modelle arktische Stratocumulus-Wolken nicht richtig darstellen. Diesem besonderen, aus Wassertröpfchen und Eiskristallen bestehenden Wolkentyp widmet sich Nadja Omanovic, Postdoktorandin in der Lise-Meitner-Forschungsgruppe Multiskalige Wolkenphysik von Franziska Glassmeier, im Rahmen eines zweijährigen Fellowships der Alexander-von-Humboldt-Stiftung.
„Es ist spannend: Von der Mikrophysik her sollten sich die Wolken eigentlich schnell auflösen. Aber sie halten sich erstaunlich lange und liegen wie eine wärmende Decke über der Arktis. Ich möchte herausfinden, warum das so ist“, beschreibt Omanovic die Fragestellung des Projekts. „Dass die Alexander-von-Humboldt-Stiftung mein Vorhaben unterstützt, freut mich sehr. Dies ist ein wichtiger Schritt für meine akademische Laufbahn.“
In der Multiskalige-Wolkenphysik-Gruppe untersucht die Forscherin die Hypothese, dass ein Zusammenspiel verschiedener Prozesse auf unterschiedlichen räumlichen und zeitlichen Skalen für die erstaunliche Stabilität der arktischen Stratocumulus-Wolken sorgt. Zu diesen Prozessen gehören Mikrophysik, Turbulenz, Strahlung und Umgebungsbedingungen. Experimente mit speziellen Wolkenmodellen sowie hochaufgelöste Simulationen mit dem Klimamodell ICON sollen zeigen, welche Prozesse dominieren und wie ihr Zusammenspiel funktioniert. Dazu setzt Omanovic Methoden der statistischen Physik ein, die in der Multiskalige-Wolkenphysik-Gruppe entwickelt werden.
Mit Unterstützung von Gruppenleiterin Franziska Glassmeier hatte Omanovic den Forschungsantrag während eines zweiwöchigen Aufenthalts am Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) im August 2025 ausgearbeitet. „Es macht viel aus, wenn man so einen Antrag direkt vor Ort schreiben kann, gemeinsam mit den Leuten, mit denen man nachher auch zusammenarbeiten möchte“, so Omanovic. „Für die umfangreiche Unterstützung im Rahmen des Inkubator-Programms bin ich daher sehr dankbar.“ Das Inkubator-Programm finanziert vielversprechenden Forschenden Kurzaufenthalte am Institut, die der Vorbereitung eines Projektantrags und dem gegenseitigen Kennenlernen dienen.
Biografie
Nadja Omanovic studierte Umweltwissenschaften an der ETH Zürich und fertigte dort ihre Doktorarbeit zur Wolkenmikrophysik bei Ulrike Lohmann an. Während dieser Zeit verbrachte sie zwei Monate am National Center for Atmospheric Research (NCAR) in den USA. 2025 schloss sie ihre Promotion erfolgreich ab und kam wenig später im Rahmen des Inkubator-Programms erstmals ans MPI-M. Seit diesem Jahr forscht sie als Postdoktorandin in der Multiskalige-Wolkenphysik-Gruppe, seit 1. Oktober im Rahmen des Alexander-von-Humboldt-Fellowships.
Mehr Informationen
Kontakt
Dr. Nadja Omanovic
Max-Planck-Institut für Meteorologie
nadja.omanovic@mpimet.mpg.de