Drei Masterstudierende vom IISER Pune zu Gast am MPI-M
Bereits das vierte Jahr in Folge empfängt das Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) Gäste im Rahmen einer Kooperation zwischen der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und den Indian Institutes of Science Education and Research (IISERs).
Raghav Kapoor, Steve Padua und Ashik S. vom IISER Pune in Westindien hatten sich erfolgreich auf spannende Masterprojekte am MPI-M beworben. Kapoor erinnert sich daran, die Zusage am Tag des hinduistischen Frühlingsfestes Holi, dem „Fest der Farben“, erhalten zu haben – inmitten der Feierlichkeiten auf dem Campus. Ein Moment der Euphorie: „Ich bin vor Freude erstmal eine Runde um den Campus gerannt.“
Virtuelle Experimente mit ICON
Kapoor bringt seinen Elan nun in die Forschungsgruppe von Moritz Günther in der Abteilung Klimadynamik ein. Mit dem Klimamodell ICON wird Kapoor Simulationen für einen Aquaplaneten durchführen, also für einen vollständig von Wasser bedeckten Planeten. Ziel ist es, zu untersuchen, wie eine in den meisten Klimamodellen festgestellte systematische Verzerrung – nämlich das Auftreten von zwei tropischen Regenbändern anstelle von einem – die Zirkulation in der tropischen Atmosphäre und die tropischen Meeresoberflächentemperaturen beeinflusst. „Stark idealisierte Modelle faszinieren mich“, sagt Kapoor. „Ich habe bereits mit idealisierten Modellen für biophysikalische Fragen und Fragen zum Verkehrsfluss gearbeitet und finde sie großartig. Indem man die Komplexität entfernt, kann man interessante und elegante Experimente durchführen, die am Ende trotzdem Rückschlüsse auf die reale Welt erlauben.“
Steve Paduas Projekt ist ebenfalls in Günthers Gruppe angesiedelt und wird von MPI-M-Forscher Masaki Toda begleitet. Das Ziel ist herauszufinden, wie sich die unterschiedlich schnelle Erwärmung von Landoberfläche und Ozean auf die Meeresoberflächentemperaturen im Pazifik und damit auch auf die Atmosphärenzirkulation auswirkt. Dazu wird Padua mit ICON virtuelle Experimente durchführen, bei denen er die Wärmekapazität der Landoberfläche variiert. „Ich liebe es, mit Modellparametern zu spielen und mit verschiedenen Modellkonfigurationen zu experimentieren“, sagt Padua. Das Projekt sei daher auf seine Interessen zugeschnitten.
Klimadaten von Segelschiffen
Ashik hat sich Claudia Timmreck in der Abteilung Klimaphysik angeschlossen. Er wird im Zusammenhang mit dem DOLDRUMS-Projekt Klimadaten aus der Vergangenheit analysieren. Das Vorhaben untersucht, ob sich vergangene Änderungen des tropischen Regenbandes mithilfe von historischen Schiffslogbüchern rekonstruieren lassen. „Was mir an diesem Projekt besonders gefällt, ist, dass es sehr unkonventionell ist“, sagt Ashik. „Zudem kann ich meine Erfahrungen bei der Analyse von Klimadaten einbringen und meine Fähigkeiten beim Thema maschinelles Lernen erweitern.“
Vom MPI-M und von Hamburg haben die drei Nachwuchsforschenden einen positiven ersten Eindruck. „Mir gefällt, dass das Institut sehr international ist. Man trifft Menschen aus allen Ecken der Welt“, sagt Kapoor. Außerdem erfreuen sich die Gäste an der Fahrradinfrastruktur und dem öffentlichen Nahverkehr. Und selbst dem Hamburger Wetter können sie etwas abgewinnen, sagt Ashik: „Der Sommer in Hamburg ist wie der Winter in Indien – das gefällt mir.“
Über das IISER-MPG-Master-Praktikumsprogramm
Das IISER-MPG-Programm ermöglicht exzellenten Masterstudierenden der angesehenen IISER-Universitäten Forschungsaufenthalte an einem Max-Planck-Institut. Das MPI-M beteiligt sich seit Beginn der Kooperation im Jahr 2023 daran und konnte dadurch schon mehrere junge Talente willkommen heißen. Zwei Masterstudierende wurden nach Abschluss ihres Projekts in die International Max Planck Research School on Earth System Modelling aufgenommen.
Mehr Informationen
- Arbeitsgruppe Großskalige gekoppelte Dynamik
- Arbeitsgruppe Stratosphärischer Antrieb und Klima
- Max-Planck-Partnerprogramme
Kontakte
Christina Rieckers
International Office, Max-Planck-Institut für Meteorologie
christina.rieckers@mpimet.mpg.de
Dr. Ulrike Kirchner
Forschungskoordination, Max-Planck-Institut für Meteorologie
ulrike.kirchner@mpimet.mpg.de