WIVERN wird 11. Earth-Explorer-Satellitenmission der ESA

Das Forschungsprojekt WIVERN ist für die elfte „Earth Explorer“-Satellitenmission der Europäischen Weltraumorganisation ESA ausgewählt worden. WIVERN wird erstmals globale Messungen der Winde innerhalb von Wolken liefern. Vom Max-Planck-Institut für Meteorologie ist Cathy Hohenegger an der Mission beteiligt, welche in der ersten Hälfte der 2030er-Jahre starten soll.

Stürme sind ein wichtiger Bestandteil des Wettergeschehens und des Klimasystems. Eine neue Satellitenmission der Europäischen Weltraumorganisation ESA wird das wissenschaftliche Verständnis der Struktur und Dynamik von Stürmen wesentlich verbessern: WIVERN wird erstmals kontinuierliche Windmessungen innerhalb von Wolken global verfügbar machen. Diese erlauben Einblicke in die Entstehung, Organisation und den Lebenszyklus von Stürmen – von kleinen Konvektionszellen bis hin zu tropischen Zyklonen.

WIVERN wurde konzipiert von Wissenschaftler*innen der Universität Reading (Vereinigtes Königreich) und des Politechnikums Turin (Italien). Vom Max-Planck-Institut für Meteorologie ist Cathy Hohenegger als Mitglied des wissenschaftlichen Beratungsteams an der Mission beteiligt und wird zur Ausgestaltung der wissenschaftlichen Planung beitragen.

Bis zum Start der europäischen „Earth Explorer“-Satellitenmission EarthCARE im Jahr 2024 hatten globale Beobachtungen nur die äußere Gestalt, also die Morphologie, von Stürmen erfasst, nicht aber das Geschehen in deren Innerem, also ihren Metabolismus. Doch auch die Sicht von EarthCARE ist auf eine einzige Komponente des Windes innerhalb von Stürmen beschränkt. Bei der neuen Mission WIVERN wird ein Wolkenradar an Bord eines neuen Satelliten die Atmosphäre abtasten und den Doppler-Effekt nutzen, um aus den empfangenen Wolkensignalen den Wind zu bestimmen. Durch seine variablen Abtastwinkel kann es verschiedene Komponenten des Windvektors erfassen und zeigen, wie sich dieser über Wolkenfelder auf der Mesoskala verändert. Darüber hinaus wird WIVERN hochauflösende Messungen von Regen, Schneefall und Wolken in einer viel besseren zeitlichen und räumlichen Abdeckung liefern, als dies aktuell mit Satelliten möglich ist. Zudem wird WIVERN die Schneebedeckung und Meereisausbreitung erfassen sowie direkte Beobachtungen der Meeresoberflächenströmungen liefern, was für das Verständnis des polaren Klimas und der Ozeandynamik von Interesse ist.

Die Satellitenfamilie „Earth Explorer“

Die Earth-Explorer-Satelliten der ESA nutzen hochinnovative Messtechniken, um eine genaue Beobachtung der Erde zu ermöglichen und das Wissen über das Klimasystem und den Klimawandel zu vertiefen. Das internationale Forschungsteam von WIVERN hatte sich in einem mehrjährigen Prozess um die elfte Earth-Explorer-Mission der ESA beworben. Im Juli 2025 empfahl ein ESA-Expertengremium, WIVERN für die Mission auszuwählen. Dieser Empfehlung folgte jetzt der Ausschuss für Erdbeobachtung der ESA. Der Start der Mission ist für die erste Hälfte der 2030er Jahre vorgesehen.

Der Text enthält Auszüge aus einer Pressemitteilung der Universität Leipzig.

Mehr Informationen

Mitteilung der ESA zu WIVERN (auf Englisch)

Kontakt

Dr. Cathy Hohenegger
Max-Planck-Institut für Meteorologie
cathy.hohenegger@we dont want spammpimet.mpg.de