Tobias Becker erhält Feodor Lynen-Forschungsstipendium

Dr. Tobias Becker, Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) in der Abteilung „Atmosphäre im Erdsystem“, hat ein prestigeträchtiges Feodor Lynen-Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung erhalten. Ab Oktober 2020 wird er für zwei Jahre gemeinsam mit Dr. Irina Sandu am European Centre for Medium-Range Weather Forecasts (ECMWF) forschen. Das Forschungsthema wird die Wechselwirkung der hochreichenden Konvektion mit ihrer Umgebung in globalen konvektionsauflösenden Simulationen sein.

Im Dezember 2017 hat Dr. Becker seine Doktorarbeit am MPI-M abgeschlossen und hat seitdem als PostDoc an zwei verschiedenen Themen gearbeitet; er untersuchte, von welchen unterschiedlichen Faktoren das Entrainment in verschiedenen Regionen in den Tropen abhängt, also das Einmischen von Umgebungsluft in einen bereits existierenden Aufwindschlauch. Zudem engagierte er sich im Projekt RCEMIP (Radiative-Convective Equilibrium Model Intercomparison Project). Hierfür steuerte er zunächst einige Simulationen mit verschiedenen Modellen des MPI-M bei und untersuchte anschließend, wodurch die unterschiedlichen Klimasensitivitäten in den RCEMIP Modellen verursacht wurden. Von Januar bis Juni 2020 war Dr. Becker im Projekt CONSTRAIN (Constraining uncertainty of multi decadal climate projections) angestellt, in dem es ebenfalls um das bessere Verständnis der Klimasensitivität geht.

Dr. Becker: „Mit diesem Stipendium möchte ich meine Kenntnisse, Fähigkeiten und Ideen, die ich bei der Analyse von Konvektion in idealisierten RCE Modellen am MPI-M entwickelt habe, am ECMWF auf das IFS-Modell anwenden, das für langfristige Wetterprognosen verwendet wird. Besonders motiviert mich dabei die Möglichkeit, mit meinen Forschungsergebnissen einen kleinen Beitrag zur Verbesserung zukünftiger Wettervorhersagen leisten zu können.“

Konvektiver Niederschlag stellt eine Ursache für systematische Fehler in Wetter- und Klimamodellen dar, da er sehr komplex und schwer zu modellieren ist. Mehrere Prozesse laufen in kleineren Maßstäben ab, als die Gitterzelle eines Modells darstellen kann. Daher müssen sie parametrisiert werden. Die Annahmen, die bei der Parametrisierung der Konvektion getroffen werden müssen, erklären viele der systematischen Fehler bei konvektivem Niederschlag. Konvektionsauflösende Klimaprojektionen und globale Wettervorhersagen (2-4 km), in denen hochreichende Gewitterwolken zumindest teilweise aufgelöst sind, werden jetzt jedoch zunehmend möglich und bieten die Gelegenheit, einige der seit langem bestehenden Fehler bei konvektiven Niederschlägen zu beseitigen. Am ECMWF wird Dr. Becker hierfür globale Modelle mit 1 km Gitterweite mithilfe des „Integrated Forecasting System“ des ECMWF nutzen.

Über das Stipendium
Mit den Feodor Lynen-Forschungsstipendien ermöglicht die Alexander von Humboldt-Stiftung überdurchschnittlich qualifizierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aller Karrierestufen und Fachgebiete aus Deutschland die Durchführung selbst gewählter Forschungsvorhaben im Ausland. Namensgeber für das Programm ist Feodor Lynen, der Münchener Biochemiker und Nobelpreisträger, der sich in den Jahren 1975-1979 als Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung dafür einsetzte, das internationale Humboldt-Netzwerk für deutsche Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler zu öffnen. Bewerber wählen einen Gastgeber aus rund 15.000 Wissenschaftlern aus dem Humboldt-Netzwerk im Ausland.


Weitere Informationen:
Informationen zum Feodor Lynen-Forschungsstipendium
Informationen über das ECMWF

Kontakt:

Dr. Tobias Becker
Max-Planck-Institut für Meteorologie
E-Mail: tobias.becker@we dont want spammpimet.mpg.de