Reaktion des Klimas auf Emissionsminderungen durch COVID-19: Erste Ergebnisse aus CovidMIP

In einer neuen Publikation in den Geophysical Research Letters unter der Leitung von Chris D. Jones vom Met Office Hadley Centre in Exeter, UK, hat sich eine Gruppe von 49 Forschenden aus verschiedenen Institutionen, unter ihnen Wolfgang Müller, Tatiana Ilyina, Claudia Timmreck, Hongmei Li und Michael Botzet vom Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) mit einer der derzeit aktuellsten Fragen beschäftigt, nämlich wie sich reduzierte Emissionen von Aerosolen und Treibhausgasen während der Beschränkungen aufgrund der COVID-19-Pandemie im Jahr 2020 auf das Klima der Erde auswirken.

Jährlicher Mittelwert, Ensemble-Durchschnitt der ESM. Die Abbildung zeigt Anomalien aus den Simulationen mit COVID-19-bezogenen Emissionsreduktionen im Vergleich zu den SSP2-4.5-Basissimulationen ("ssp245-covid" minus "ssp245") für die globale Oberflächenlufttemperatur. Farbige Linien zeigen Ensemble-Mittelwerte von jedem Modell, und hellere Fahnen zeigen die Ensemble-Streuung für jedes Modell, hier berechnet als ±1 Standardabweichung über das Ensemble jedes Modells. Vertikale Balken auf der linken Seite jedes Feldes zeigen die Streuung jedes Modells (Mittelwert ±1 Standardabweichung) für das erste Jahr, 2020. Jedes Modell hat eine unterschiedliche Anzahl von Ensemble-Mitgliedern (aus Jones et al., 2021, Abbildung 1c).

Mit zwölf Erdsystemmodellen aus dem Coupled Model Intercomparison Project, Phase 6 (CMIP6) führten sie koordinierte Experimente durch, um zu untersuchen, ob Auswirkungen von COVID-19-bedingten Änderungen der gesellschaftlichen Aktivitäten im Klimasystem sichtbar sind. Diese zwölf Modelle führten über 300 Modellsimulationen durch, die sowohl die Anfangsbedingungen als auch die strukturellen Unsicherheiten des Modells abdeckten und damit eine noch nie dagewesene Möglichkeit für weitere gezielte Forschung boten.

 

Die Autor*innen zeigen, dass die Auswirkungen der COVID-19-induzierten Emissionsänderungen in der atmosphärischen Zusammensetzung sichtbar sind - insbesondere in der optischen Dicke der Aerosole über Süd- und Ostasien und in der Menge der Sonnenstrahlung, die die Oberfläche des Planeten erreicht. Trotz dieser Veränderungen in der Zusammensetzung der Atmosphäre konnte jedoch keine nachweisbare Veränderung der Oberflächentemperaturen oder des Niederschlags festgestellt werden. Die Autor*innen kommen zu dem Schluss, dass die Emissionsreduzierungen in Bezug auf Größe und Dauer zu gering waren, um einen signifikanten Effekt auf das globale Klima zu haben, und dass größere, anhaltende Veränderungen auf einer längeren Zeitskala erforderlich sind, um nachweisbare Effekte zu erzielen. Sie empfehlen, dass sowohl ein weiterer Fokus auf die regionalen Analysen als auch eine detaillierte Analyse von Extremen erforderlich sind, um die Auswirkungen der COVID-19-bezogenen Emissionsreduktionen auf das kurzfristige Klima zu testen.

 

Originalveröffentlichung
Jones, C.D., et al. (2021) The climate response to emissions reductions due to COVID-19: Initial results from CovidMIP. Geophys. Res. Letters, https://doi.org/10.1029/2020GL091883

 

Kontakte

Dr. Wolfgang Müller
Max-Planck-Institut für Meteorologie
Tel.: 040 41173 370
E-Mail: wolfgang.mueller@we dont want spammpimet.mpg.de

 

Dr. Tatiana Ilyina
Max-Planck-Institut für Meteorologie
Tel.: 040 41173 164
E-Mail: tatiana.ilyina@we dont want spammpimet.mpg.de

 

Dr. Claudia Timmreck
Max-Planck-Institut für Meteorologie
Tel.: 040 41173 384
E-Mail: claudia.timmreck@we dont want spammpimet.mpg.de

 

Dr. Hongmei Li
Max-Planck-Institut für Meteorologie
Tel.: 040 41173 158
E-Mail: hongmei.li@we dont want spammpimet.mpg.de

 

Michael Botzet
Max-Planck-Institut für Meteorologie
Tel.: 040 41173 137
E-Mail: michael.botzet@we dont want spammpimet.mpg.de