Neues CORAL System: Ein leistungsstarkes Lidarsystem für Messungen an Wolkenrändern

Foto: Lukas Frank, MPI-M

Im vergangenen Monat sendete die neue Lidar-Einheit von CORAL (Cloud-Observing Radar and Lidar) des Max-Planck-Instituts für Meteorologie (MPI-M) nach dreijähriger Entwicklungszeit bei Bodentests in Hamburg ihren ersten Laserstrahl in den Himmel. 

Mit einer Auflösung von einigen Sekunden und wenigen Metern können die Wissenschaftler des MPI-M mit dem CORAL-System die feine Struktur in der Nähe von Wolkenrändern besser beobachten. Durch die Messungen der thermodynamischen Eigenschaften wollen sie genauer verstehen, wie sich Wolken mit ihrer Umgebung vermischen. Diese Informationen sind entscheidend für das Verständnis der Entwicklung der Wolken und ihrer Reaktion auf den Klimawandel. In einem wärmeren Klima bedeuten relative Feuchtigkeitsunterschiede größere absolute Feuchtigkeitsunterschiede, die je nach Mischungsverhalten der Wolken ihre Entwicklung beeinflussen können.  Die Art und Weise, wie sich Wolken mit ihrer trockenen Umgebung vermischen, wird auch für ihre mikrophysikalische Entwicklung als wichtig angesehen, die das Einsetzen von Regenfällen und die Reaktion der Wolken auf Veränderungen im atmosphärischen Aerosol beeinflusst. Mit dem CORAL-System werden Wissenschaftler des MPI-M einen neuen Weg finden, diese entscheidenden Prozesse zu betrachten.

CORAL wurde vom leitenden Lidar-Wissenschaftler des MPI-M, Dr. Ilya Serikov, entworfen und entwickelt, der bei seiner Entwicklung ein Team von Ingenieuren und Technikern leitete. Das Instrument ist eine Kombination aus einem Hochleistungslaser mit einer neuen Konstellation von Empfangsteleskopen und schneller Datenerfassung. Die verbesserte Optik und Elektronik, sowie die Integration mit einem leistungsstarken Radar in einem klimatisierten Container machen es zu einer weltweit einzigartigen Plattform.

CORAL wird das Herzstück der laufenden Messungen am Wolkenobservatorium MPI-M Barbados Cloud Observatory (BCO) sein und kommende Messungen im Rahmen der EUREC4A-Feldstudie im Jahr 2020 unterstützen.

Für eine bessere Mobilität ist CORAL in einen 20-Fuß-Standardcontainer integriert, der nach Tests in Hamburg versandfertig gemacht wurde und nun auf dem Weg zum Barbados Cloud Observatory ist. Dort wird es von einem Team aus Ingenieuren, Wissenschaftlern und Technikern begrüßt, um seine Konfiguration abzuschließen und erste Tests im Rahmen der im Januar 2019 stattfindenden Feldstudie Pre-EUREC4A durchzuführen.

Dr. Ilya Serikov, leitender Wissenschaftler der Gruppe Beobachtung tropischer Wolken, die für das BCO verantwortlich ist, freut sich darauf, die Früchte der langjährigen Entwicklung ernten zu können und erstmals „die kleinräumigen Phänomene, die in der Grenzschicht tropischer flacher Cumuluswolken zu beobachten sind, genauer untersuchen zu können.“

Weitere Informationen:
Barbados Cloud Observatory
Die Gruppe „Beobachtung tropischer Wolken“ am MPI-M
Die Feldstudie EUREC4A

Kontakt:
Dr. Ilya Serikov
Max-Planck-Institut für Meteorologie
Tel.: 040 41173 257
E-Mail: ilya.serikov@we dont want spammpimet.mpg.de

Dr. Lutz Hirsch
Max-Planck-Institut für Meteorologie
Tel.: 040 41173 206
E-Mail: lutz.hirsch@we dont want spammpimet.mpg.de