Hamburger Exzellenzcluster zur Klimaforschung bewilligt

CliCCS-Co-Sprecherin Prof. Dr. Anita Engels (Centrum für Globalisierung und Governance, Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit, Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften), CliCCS-Sprecher Prof. Dr. Detlef Stammer (Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit, Fakultät für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften) und CliCCS-Co-Sprecher Prof. Dr. Jochem Marotzke (Max-Planck-Institut für Meteorologie) (v.l.). Foto: Claudia Höhne

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft, der Wissenschaftsrat und die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz haben verkündet, dass die Universität Hamburg den Zuschlag für vier Exzellenzcluster erhalten hat. Am Cluster „Climate, Climatic Change, and Society (CliCCS)“ ist das Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) beteiligt. Prof. Dr. Jochem Marotzke ist Geschäftsführender Direktor am MPI-M und ist Co-Sprecher des Clusters:

„Ich bin hocherfreut und auch sehr erleichtert darüber, dass sich unsere intensive Arbeit am CliCCS-Antrag ausgezahlt hat. Und ich beglückwünsche unseren Hauptpartner, die Universität Hamburg, zu ihrem großartigen Erfolg mit vier geförderten Clustern.“

Exzellenzcluster gehen grundlegenden und aktuellen Fragen der Wissenschaft nach und forschen auf Weltklasseniveau: Sie sind disziplin- und institutionenübergreifende Verbünde von zahlreichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die gemeinsam an besonders relevanten Themenkomplexen forschen.

Auszug aus der Pressemitteilung der Universität Hamburg:

Der Cluster widmet sich Fragen wie „Ist es möglich, die Erderwärmung auf zwei Grad oder besser noch 1,5 Grad Celsius zu begrenzen – und wenn ja, wie?“ oder „Welche Zukunftsszenarien sind physikalisch möglich, welche sind im gesellschaftlichen Gesamtzusammenhang tatsächlich plausibel?“

Dafür muss man wissen, wie die Menschen den Klimawandel wahrnehmen, welche langfristig wirksamen Entscheidungen getroffen werden und wie diese mit dem physikalischen Klima wechselwirken. Die Existenz eines globalen Klimatrends ist klar. Gleichzeitig ist die Klimavariabilität so groß, dass die Folgen mancherorts zunächst milder ausfallen oder sogar gegensätzlich erscheinen. Das erschwert nicht nur die Vorhersage, auch die Motivation für einen gesellschaftlichen Wandel leidet. Dazu kommt: Nicht nur das Klima ist dynamisch. Auch die Gesellschaft verändert sich, generell und gegebenenfalls auch als Reaktion auf den Klimawandel – und wirkt dann wieder auf das Klima zurück.

Das geplante Forschungsprogramm deckt fundamentale natur- und sozialwissenschaftliche Aspekte der Klimaforschung ab, entwickelt und prüft Anpassungsszenarien für Musterregionen wie Städte oder Küsten. Es liefert wichtiges Wissen für Entscheider und trägt zu einer zielgerichteten Klimapolitik bei. Beteiligt sind neben der Universität unter anderem das Max-Planck-Institut für Meteorologie, das Helmholtz-Zentrum Geesthacht und das Deutsche Klimarechenzentrum. Die Klimaforschung hat den anthropogenen Klimawandel eindeutig nachgewiesen. Mit dem Klimaabkommen von Paris warten jetzt neue Aufgaben auf die Wissenschaft.

Clustersprecher Prof. Dr. Detlef Stammer, Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit: „Mit dem Klimaabkommen von Paris warten neue Aufgaben auf die Wissenschaft: Wie lässt sich die Erderwärmung auf zwei Grad oder besser noch 1,5 Grad Celsius begrenzen? Welche Klima-Szenarien sind im Vergleich dafür wirklich möglich, welche plausibel? Vor diesem Hintergrund ist es wirklich gut und wichtig, dass wir dieses wichtige Forschungsprojekt nun angehen können. Wie nehmen die Menschen den Klimawandel wahr, welche langfristig wirksamen Entscheidungen können getroffen werden und wie wirken diese wiederum auf das Klima zurück? – der Exzellenzcluster “Climate, Climatic Change, and Society“ (CliCCS) kann Politik und Gesellschaft diese Informationen liefern und wird die internationale Klimawissenschaft signifikant voranbringen.“

Am Cluster sind etwa 230 Personen aus 15 Disziplinen beteiligt (u. a. Ozeanographie, Meteorologie, Biologie, Soziologie, Wirtschaft, Geisteswissenschaften).

Beteiligte Fakultäten: Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften, Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Fakultät für Geisteswissenschaften.

Beteiligte Einrichtungen: Max-Planck-Institut für Meteorologie, Helmholtz-Zentrum Geesthacht, Deutsches Klimarechenzentrum, acht weitere wissenschaftliche Einrichtungen – viele davon Mitglied des KlimaCampus Hamburg.

Weitere Informationen:
Pressemitteilung der Universität Hamburg

Kontakt:
Prof. Dr. Jochem Marotzke
Max-Planck-Institut für Meteorologie
Tel.: 040 41173 311 (Assistentin Kornelia Müller)
E-Mail: jochem.marotzke@we dont want spammpimet.mpg.de