ERC Consolidator Grant für Thorsten Mauritsen

Dr. Thorsten Mauritsen | Gruppenleiter in der Abteilung „Atmosphäre im Erdsystem“ / group leader in the department „The Atmosphere in the Earth System“ | MPI-M

Der European Research Council (ERC) hat am 29. November 2017 die Namen der 329 Wissenschaftler*innen bekannt gegeben, die in der Ausschreibungsrunde 2017 einen Consolidator Grant erhalten werden. Dr. Thorsten Mauritsen, Gruppenleiter in der Abteilung „Atmosphäre im Erdsystem“ am Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) hat für seinen Projektantrag zur „Eingrenzung des oberen Bereiches der Klimaempfindlichkeit der Erde" den Zuschlag bekommen. Insgesamt gehen 56 der 329 Consolidator Grants nach Deutschland, davon einer nach Hamburg. Mit den Consolidator Grants des ERC werden exzellente Nachwuchswissenschaftler*innen in der Konsolidierungsphase (7-12 Jahre nach der Promotion) mit ca. 2 Mio. EUR über 5 Jahre gefördert.

Thorsten Mauritsens Forschungsthema in seiner Arbeitsgruppe „Klimadynamik“ ist die Klimasensitivität. Sie ist ein Maß für die Änderung der mittleren globalen Erdoberflächentemperatur in Folge einer Verdopplung der atmosphärischen CO2-Konzentration. Der Wert der Klimasensitivität liegt nach Einschätzung des fünften Sachstandsberichts des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) wahrscheinlich zwischen 1,5 und 4,5 °C und umfasst somit eine Unsicherheit, die sich seit den frühen Untersuchungen der Klimasensitivität in den 1970er Jahren nicht verringert hat. Diese Unsicherheit will Thorsten Mauritsen reduzieren, indem er mit neuer und auch unkonventioneller Forschung insbesondere die Obergrenze der Klimasensitivität neu abschätzen will.

Thorsten Mauritsen will der derzeitigen Leithypothese, dass eine extreme Wolkenrückkopplung für eine hohe Klimasensitivität verantwortlich ist, Beobachtungen aus Satellitenmessreihen sowie Proxy-Daten aus wärmeren und kälteren vergangenen Klimata gegenüberstellen. Er will weiterhin untersuchen, wie die Zirkulation im Ozean und in der Atmosphäre die Wolkenrückkopplung beeinflussen und herausfinden wie viel der vergangenen Erwärmung durch Treibhausgase von der Abkühlung durch Aerosole verschleiert wurde.

Eine hohe Klimasensitivität bringt erhebliche Änderungen des Klimas mit sich und ist somit von Bedeutung für politische Entscheidungen zur Vermeidung oder auch Anpassung an den Klimawandel. Selbst mit einer Untergrenze für die Klimasensitivität bei 1,5 °C würde das politisch gewollte Ziel, unter einer globalen Erwärmung von 2 Grad zu bleiben, ohne Vermeidungsstrategien nicht zu erreichen sein. Die Risiken, die mit einer hohen Klimasensitivität zusammenhängen, sind aber gravierend und in manchen Regionen ist die daraus folgende Erwärmung mit Anpassungsmaßnahmen allein nicht zu bewältigen. Sobald etwa Gebiete unbewohnbar werden, ist die Frage nach der Verringerung von Kosten durch den Klimawandel nicht mehr relevant, z. B. wenn niedrig gelegene Regionen oder Inseln durch den steigenden Meeresspiegel überflutet werden oder wenn die Temperatur und Luftfeuchtigkeit so stark ansteigt, dass sie für Tiere und Menschen tödlich sein wird.

Thorsten Mauritsen studierte Physik und Meteorologie an den Universitäten in Kopenhagen und Stockholm. 2007 schloss er in Stockholm seine Promotion ab. Nach einer PostDoc-Zeit in Stockholm ist er seit 2009 Wissenschaftler und Gruppenleiter am Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg.

Mitteilung des ERC (Englisch):
https://erc.europa.eu/news/erc-2017-consolidator-grants-results

Im Fokus: Klimasensitiviät
https://www.mpimet.mpg.de/fileadmin/grafik/presse/Forschung_aktuell/PDFs/1605_Mauritsen_Klimavariabilitaet_DEU.pdf


Kontakt:
Dr. Thorsten Mauritsen
Max-Planck-Institut für Meteorologie
Tel.: 040 41173 182
E-Mail: thorsten.mauritsen@we dont want spammpimet.mpg.de