Evangelos Tyrlis übernimmt Professur in Athen

Dr. Evangelos Tyrlis, Wissenschaftler in der Abteilung "Ozean im Erdsystem" des Max-Planck-Instituts für Meteorologie (MPI-M), hat eine Professur an der Nationalen und Kapodistrianischen Universität Athen (NKUA) angenommen. Seit September 2021 ist er als Assistenzprofessor für Atmosphärendynamik tätig, wird aber weiterhin eng mit den Kolleg*innen am MPI-M im Rahmen der Projekte ROADMAP und PAMIP zusammenarbeiten. Das MPI-M gratuliert Evangelos Tyrlis zu diesem Erfolg!

Person Evangelos Tyrlis

© E. Tyrlis

Evangelos Tyrlis erwarb einen BSc in Physik an der Nationalen und Kapodistrianischen Universität Athen (2000) und einen MSc in „Wetter, Klima und Modellierung“ (2001) an der Universität Reading, UK. Er forschte am Institut für Meteorologie der Universität Reading über blockierende Wetterlagen („atmospheric blockings“) und promovierte 2006 mit einer Arbeit über "Aspekte von Blockings auf der Nordhemisphäre". Er arbeitete als Postdoktorand im Labor für Atmosphärenmodellierung und in der Wettervorhersagegruppe des NKUA und im Zentrum für Energie, Umwelt und Wasserressourcen des Zypern-Instituts. Nach seinem Wechsel zum MPI-M im Jahr 2016 wurde er Mitglied der von Dr. Daniela Matei geleiteten Arbeitsgruppe und trug im Rahmen der Projekte InterDec, Blue-Action und PAMIP zum Verständnis der Zusammenhänge zwischen der arktischen Verstärkung und Wetterextremen in den mittleren Breiten bei.

 

Evangelos Tyrlis verfügt über umfangreiche Forschungserfahrung auf dem Gebiet der Methoden zur Identifizierung von Blockings und der Dynamik, die mit der Entstehung und Aufrechterhaltung von Blockings verbunden ist. Am MPI-M untersuchte er die Rolle der Blockings bei der Verknüpfung von Klimaanomalien zwischen der Arktis und den mittleren Breiten. Seine Arbeit untermauert die Rolle des Ural-Blockings bei der Entstehung des Musters „Warme Arktis-Kaltes Sibirien“, das eine Anti-Korrelation der Oberflächentemperatur zwischen der Barents-Kara-See und Zentralasien darstellt. Auf täglichen bis sub-saisonalen Zeitskalen zeigen sich Erwärmung und Meereisverlust über der Barents-Kara-See und Abkühlung über Zentralasien als schnelle Reaktion auf die anomale atmosphärische Zirkulation, die durch das Einsetzen des Ural-Blockings verursacht wird. Diese robuste Verbindung dominiert die jahreszeitlichen Mittelwerte und macht die Ural-Blockingszu einem Schlüsselmerkmal bei der Kontrolle der interannuellen Variabilität und der Trends der Oberflächentemperaturen über Eurasien. Darüber hinaus stellte Evangelos Tyrlis eine modifizierte Version eines Blocking-Algorithmus vor, mit dem sich Blocking-Trends in hohen Breitengraden in Klimamodellprojektionen besser erkennen lassen.

 

In der Abteilung für Umweltphysik und Meteorologie des NKUA wird Evangelos Tyrlis Studierende und Postgraduierte unter anderem in dynamischer Meteorologie, Atmosphärenmodellierung und Atmosphärenphysik unterrichten. Er wird seine Forschungsarbeiten zum Thema Blocking fortsetzen und sich auf die in Klimamodellsimulationen ermittelten Trends der Blocking-Aktivität konzentrieren. Darüber hinaus wird er sich mit der Identifizierung entfernter Einflussfaktoren auf die Klimavariabilität über dem Mittelmeerraum und dem Nahen Osten befassen. Evangelos Tyrlis: "Die ungewöhnlich intensiven Hitzewellen des Sommers 2021 über dem Mittelmeer hatten verheerende Auswirkungen auf die regionalen Ökosysteme. Es wird prognostiziert, dass Extremereignisse von ähnlicher Intensität in der Region häufiger auftreten werden. Es muss mehr Forschung zu den ferngesteuerten dynamischen Triebkräften solcher Ereignisse betrieben werden, um ihre Vorhersagbarkeit zu verbessern."

 

Kontakt

Dr. Evangelos Tyrlis
Jetzt: Nationale und Kapodistrianische Universität von Athen (NKUA).
MPI E-Mail: evangelos.tyrlis@we dont want spammpimet.mpg.de
NKUA E-Mail: etyrlis@we dont want spamphys.uoa.gr