Cathy Hohenegger hat erfolgreich an der Universität Hamburg habilitiert

Dr. Cathy Hohenegger, Wissenschaftlerin und Leiterin der Gruppe „Niederschlag und konvektive Prozesse“ am Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M), hat am 24. Juni 2021 erfolgreich habilitiert.

© Cathy Hohenegger

In ihrem Habilitationsvortrag “Where does it rain? The battle of shallow circulations” erklärte Dr. Hohenegger, wie dynamische Effekte, d. h. Luftzirkulationen, die sich in der atmosphärischen Grenzschicht entwickeln, statt thermodynamischer Effekte die räumliche Verteilung des Niederschlags über verschiedenen Oberflächen erklären. Auch wenn mehrere Zirkulationen eine Rolle spielen können, lässt sich die Niederschlagsverteilung unter dem Motto verstehen, dass die stärkste Zirkulation gewinnt, wobei Zirkulationen mit Hilfe der Dichteströmungstheorie isoliert werden. Sie zeigte, dass ihre Ergebnisse, die auf idealisierten Simulationen beruhen, neue Ideen zur Erklärung von beobachteten, aber bisher unerklärten Merkmalen der großräumigen Niederschlagsverteilung in den Tropen, wie z. B. der Breite der intertropischen Konvergenzzone, liefern. Ihre Ergebnisse regten zwei laufende Feldexperimente an.

Insgesamt konzentriert sich Dr. Hoheneggers Forschung auf Niederschlag und Konvektion, deren Wechselwirkungen mit ihrer Umgebung und ihre Darstellung in atmosphärischen Modellen über verschiedene Modellauflösungen hinweg. Eine Frage, die Dr. Hohenegger besonders interessiert, ist die Rolle, die die Oberfläche, sei es der Ozean oder das Land, bei der Festlegung grundlegender Merkmale der klimatologischen Niederschlagsverteilung spielt: Tragen die Eigenschaften der Oberfläche zusammen mit der Konvektion dazu bei, dass der Niederschlag in der Niederschlagsregion bleibt? Und wie stark ist diese Kopplung? Um diese Fragen zu beantworten, ist es von entscheidender Bedeutung, in Klimamodellen die Konvektion explizit und die Oberfläche dynamisch darstellen zu können. Aus diesem Grund engagiert sie sich stark für den Einsatz und die weitere Entwicklung von gekoppelten konvektionsauflösenden Erdsystemmodellen, also Modellen, die einen Gitterabstand von wenigen Kilometern verwenden. Außerdem verwendet Dr. Hohenegger gerne einfachere, idealisierte Ansätze, um Klimaprobleme zu untersuchen, die mit der Kopplung zwischen Konvektion und der darunter liegenden Oberfläche zusammenhängen.

In letzter Zeit war sie an der Planung von Feldexperimenten beteiligt, die darauf abzielen, die Eigenschaften der oberflächennahen Luft mit einer Auflösung im Kilometermaßstab zu erfassen. Im Moment ist Dr. Hohenegger die Sprecherin der zur Zeit stattfindenden Feldkampagne FESSTVaL (Field Experiment on Submesoscale Spatio-Temporal Variability in Lindenberg).

Dr. Hohenegger studierte und promovierte an der ETH Zürich. Anschließend war sie als Postdoc, finanziert durch den Schweizerischen Nationalfonds, an der University of Washington, USA, bevor sie 2010 zum MPI-M wechselte. Seit 2011 leitet sie ihre eigene Forschungsgruppe und ist seit 2011 auch Teamleiterin im Hans-Ertel-Zentrum für Wetterforschung.

Weitere Informationen:
Informationen über die Forschung der Gruppe „Niederschlag und konvektive Prozesse“ (nur auf Englisch)
Projektwebsite der Feldkampagne FESSTVaL
Webpage von Cathy Hohenegger
Website Hans-Ertel-Zentrum für Wetterforschung

Kontakt:
Dr. Cathy Hohenegger
Max-Planck-Institut für Meteorologie
E-Mail: cathy.hohenegger@we dont want spammpimet.mpg.de