Großskalige gekoppelte Dynamik
Forschung
Wir untersuchen, wie die Wechselwirkungen der Atmosphäre mit Ozean und Land die allgemeine Zirkulation formen – die großskalige Luftströmung, die Klima- und Wetterphänomene weltweit antreibt.
Wir erforschen die gekoppelten Dynamiken, die zur Bildung von Mustern der Meeresoberflächentemperatur führen. Der sogenannte „Pattern Effect“ (Mustereffekt) ist ein Paradebeispiel für die enge Kopplung zwischen Atmosphäre und der darunterliegenden Oberfläche: Die ungleichmäßige Erwärmung der Meeresoberflächentemperaturen (das „Temperaturmuster“) löst Veränderungen in der atmosphärischen Zirkulation aus. Diese Zirkulationsänderungen bestimmen, wie die Atmosphäre Wärme umverteilt und das Strahlungsgleichgewicht der Erde reguliert – was wiederum auf die Ozeantemperaturen zurückwirkt.
In der Klimadynamik wird der Ozean oft als die dynamisch dominante Komponente betrachtet, während das Land „nur folgt“. Wir zeigen, dass das Land die großräumige Zirkulation aktiv mitgestalten kann – auf Weisen, die bisher vernachlässigt wurden. Damit hinterfragen wir etablierte Konzepte zu den Grundlagen der gekoppelten Klimadynamik.
Aufgrund ihrer unterschiedlichen typischen Zeitskalen können Land, Ozean und Atmosphäre komplexes und zeitabhängiges Verhalten erzeugen, wenn sie gekoppelt sind. Über langfristige Gleichgewichtszustände hinaus interessieren uns besonders die schnelleren Übergangsprozesse, die das Klima bestimmen, das die Menschheit in den kommenden Jahrzehnten erleben wird.
Aktuelle Forschungsthemen
- Wie sind die Walker- und Hadley-Zirkulation gekoppelt?
- Welche Änderungen der Walker-Zirkulation während ENSO lassen sich auf mittlere Erwärmung bzw. Musteränderungen zurückführen?
- Wie beeinflusst die Existenz von Land die Walker-Zirkulation?
- Wie gut erfassen Klimamodelle die Erwärmung über Land?
- Wie reagiert die ITCZ transient auf den Klimawandel?
- Wie variieren erzwungene ITCZ-Verschiebungen mit der Jahreszeit?
- Welche physikalischen Mechanismen treiben die beobachtete Abkühlung im südöstlichen Pazifik an?
- Wodurch unterscheidet sich die Klimareaktion auf langwellige gegenüber kurzwelligen Strahlungsstörungen?
- Wie hoch ist die Klimasensitivität in globalen sturmauflösenden Modellen?
- Wie beeinflusst die Unsicherheit in der Atmosphäre-Ozean-Kopplung und in Parametrisierungen die Unsicherheit der Auswirkungen von solarem Geoengineering?
- Wie wirkt sich die Fernverbindung zwischen dem Südlichen Ozean und den Tropen auf die tropische Kohlenstoffaufnahme aus?
Wissenschaftliche Ausbildung
In unserer Gruppe werden in unregelmäßigen Abständen Masterthemen angeboten. Bewerbungen für eine Promotion direkt an die Gruppe sind nicht möglich, sondern finden über den jährlichen zentralen Aufnahmeprozess der IMPRS-ESM statt.
Gruppenmitglieder und Publikationen
- Günther, M., Kang, S. & Kaspi, Y. (2026). Heating the land cools the eastern and equatorial Pacific. Science Advances, 12(23): eaeb7004. doi:10.1126/sciadv.aeb7004
- Marquez, J., Bartsch, R., Günther, M., Hasan, S., Koren, O., Plotnik, M. & Bai, O. (2023). Supplementary motor area activity differs in Parkinson’s Disease with and without freezing of Gait. Parkinson's Disease, 2023: 5033835. doi:10.1155/2023/5033835 [publisher-version]
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