Wurde das Klima der jüngsten Vergangenheit von der veränderten Sonneneinstrahlung mitgeprägt?

Die mögliche Rolle der Schwankungen der Sonnenstrahlung auf das Klima wird seit langem diskutiert. Die Sonneneinstrahlung unterliegt Schwankungen, die auch mit der Sonnenfleckenaktivität zusammenhängen. So bedeutet eine hohe Sonnenfleckenzahl eine Zunahme der Sonneneinstrahlung, gleichzeitig verbunden mit einer leichten Verschiebung des Sonnenspektrums in den kurzwelligen (UV) Bereich.

Es gibt dabei zwei bekannte Zyklen. Erstens den sogenannten Schwalbe-Zyklus, mit einer Periode von 11 Jahren und einer direkt gemessenen Amplitude von ca. 0.1 %, und zweitens den sogenannten Gleissberg-Zyklus, mit einer Periode von ca. 80 Jahren und einer geschätzten Amplitude von ca. 0.2 -0.3 % der gesamten Einstrahlung. Es können daher Schwankungen des Angebots der Sonne von ca. 0.6 W/m2 auftreten (zum Vergleich: der zusätzliche Treibhauseffekt durch erhöhte Konzentration von Kohlendioxid, Methan, Fluorchlorkohlenwasserstoffe und Distickstoffoxid beträgt zur Zeit ca. 2.4 W/m2). In den letzten 100 Jahren stieg die Solarkonstante im Schnitt an. Nach diesen Schätzungen liegt sie zur Zeit etwa 0.25% höher als vor 100 Jahren.

Wie stark beeinflussen jetzt diese solaren Schwankungen das Klima? Um diese Frage zu beantworten, wurden Rechnungen mit demselben Modell durchgeführt, mit dem auch der erhöhte Treibhauseffekt simuliert wurde. Sie zeigen, dass in den letzten 100 Jahren durch den Anstieg in der Sonnenintensität ein Teil der beobachteten Erwärmung erklärt werden kann, allerdings mit etwa 0.2 Grad Celsius nur ungefähr ein Drittel. Die Sonnenvariabilität allein kann also nicht für den beobachteten Temperaturanstieg der letzten 100 Jahre verantwortlich sein.