Malizia Ocean Challenge – Segeln trifft Wissenschaft

Renn-Yacht „Malizia“ mit Skipper Boris Herrmann auf der Elbe. Racing Yacht „Malizia“ with Skipper Boris Herrmann on the Elbe river. Credit: Andreas Lindlahr / BHR

Anfang August wurde ein spezieller Sensor auf der Segelrennyacht „Malizia“ installiert, mit dem der Partialdruck von Kohlendioxid (pCO2) innerhalb der nächsten vier Jahre rund um den Globus gemessen werden wird – ein Projekt, welches Dr. Peter Landschützer, Wissenschaftler in der Abteilung “Ozean im Erdsystem” am Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) wissenschaftlich begleitet. In Zusammenarbeit mit Kollegen vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel wird die „Malizia“-Kampagne pCO2-Daten während ihrer Fahrten über 70.000 nautische Meilen durch die Weltmeere in den nächsten vier Jahren einbringen, wobei sowohl transatlantische Rennen als auch Regatten rund um die Welt dabei sein werden; am bedeutendsten wird die Regatta “Vendée Globe 2020/2021” sein. „Diese Daten werden der wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Verfügung gestellt werden, aber sie sind natürlich auch für meine eigene datenbasierte Forschung von großem Wert“, sagt Peter Landschützer. Er erhofft sich Einblicke in den CO2-Austausch zwischen Ozean und Atmosphäre sowie in die Prozesse dieses Austausches.


“Messungen des CO2-Gehalts des Ozeans sind sehr wichtig, um den Kohlenstoffkreislaufs des Ozeans zu verstehen“, sagt Peter Landschützer. Aus Daten von Schiffsmessungen schätzt man, dass der globale Ozean ungefähr 25% des jährlichen vom Menschen emittierten Kohlendioxids (CO2) aufnimmt und damit hilft den Effekt der globalen Erwärmung zu mindern. Durch die Aufnahme des CO2 wird der Ozean jedoch saurer mit deutlichen Folgen für das Leben im Meer. Wegen der ungeheuren Weite des Ozeans und der hohen Kosten für die Datensammlung gibt es in den meisten Regionen des weltweiten Ozeans nur sehr wenige Messungen.

Auf der Weltklimakonferenz (COP21) in Paris wurde das Ziel ausgegeben, die Treibhausgasemissionen so zu reduzieren, dass die globale Erwärmung auf 2° begrenzt wird und die UN-Organisation für Nachhaltige Entwicklung dringt auf die Begrenzung der Versauerung der Ozeane. Für beide Zielvorgaben sind bessere Kenntnisse über den Kohlenstoffkreislauf des Ozeans erforderlich. So werden neue Beobachtungssysteme benötigt, um noch mehr Daten zu erhalten als die bisherigen Beobachtungsnetzwerke liefern. Ein vielversprechender Weg ist, Segelyachtrennen mit der Sammlung wissenschaftlicher Daten zu verknüpfen. Das ist das Ziel des Initiators der Malizia-Kampagne, Skipper Boris Herrmann. „Die größte Fläche der Erde ist von Ozeanen bedeckt, aber wir haben immer noch zu wenige Beobachtungsdaten in so wichtigen Regionen wie dem Südpolarmeer,“ ergänzt Peter Landschützer. Mit der Hightech-Rennyacht „Malizia“ wird es möglich sein, Daten aus weit entfernten Gebieten zu bekommen.

Neben den wissenschaftlichen Zielen wird die Malizia-Kampagne auch Öffentlichkeitsarbeit machen. Schüler werden aktiv in die Sammlung und Analyse der Daten einbezogen werden, damit sie Erfahrungen über das Segeln aber auch über die Wissenschaft sammeln und damit besser verstehen lernen, wie neue Methoden genutzt werden um das sich ändernde Klima und das Ökosystem des Ozeans besser beobachten zu können.

Quelle: Mission Statement des Malizia Ocean Challenge Projekts

Kontakt
Dr. Peter Landschützer
Max-Planck-Institut für Meteorologie
Tel.: 040 41173 145
E-Mail: peter.landschuetzer@we dont want spammpimet.mpg.de