Wechselnde Winde schwächen die CO2-Aufnahme im Südpolarmeer

Grafik © L. Keppler

In einer neuen Studie finden Lydia Keppler und Dr. Peter Landschützer aus der Abteilung „Ozean im Erdsystem“ am Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) heraus, dass sich die Aufnahme von Kohlendioxid (CO2) im Südpolarmeer zwischen 2012 und 2016 abgeschwächt hat. Die Studie verknüpft dabei die Verlagerung regionaler Winde mit dieser reduzierten Kohlenstoffaufnahme.

Ähnlich wie in einem Brausegetränk löst sich CO2 im Ozean zu Kohlensäure. Der globale Ozean absorbiert ungefähr ein Viertel des jährlich emittierten CO2. Ein großer Teil davon wird im tiefen Ozean gespeichert. Die Hälfte der jährlichen CO2 Aufnahme im Ozean findet im Meer um die Antarktis statt: dem Südpolarmeer.

Jedoch ändert sich die Menge des vom Südpolarmeer absorbierten CO2 über die Jahre. In den 1980er und 1990er Jahren stockte die Kohlenstoffsenke Südpolarmeer, während die Senke in den 2000er Jahren ihre erwartete Stärke zurückgewann. Die Forscher am MPI-M haben untersucht, was seitdem passiert ist.

Das Südpolarmeer ist extrem stürmisch, kalt und abgelegen. Daher gibt es nur wenige Schiffsmessungen in diesem Ozeanbecken. Keppler und Landschützer nutzten daher einen Algorithmus basierend auf neuronalen Netzwerken, um die vorhandenen Messlücken zu schließen.

Sie fanden heraus, dass sich die Kohlenstoffsenke Südpolarmeer seit 2012 abgeschwächt hat. Dieses Abschwächen geschah trotz des kontinuierlichen Ansteigens des atmosphärischen CO2. Die Autoren fanden heraus, dass Verlagerungen regionaler Windfelder für die letzten Änderungen eine Rolle spielten. Regional wurde durch stärkere Winde mehr CO2 vom Tiefenwasser zurück an die Oberfläche gepumpt. Wie ein Brausegetränk seine Blasen verliert, kam dadurch auch Kohlenstoff wieder zurück in die Luft und daher wurde insgesamt weniger Kohlenstoff im Südpolarmeer absorbiert.

Originalveröffentlichung:

Keppler, L. and P. Landschützer (2019) Regional Wind Variability Modulates the Southern Ocean Carbon Sink. Scientific Reports, 9:7384, doi.org/10.1038/s41598-019-43826-y

Kontakt:

Lydia Keppler
Max-Planck-Institut für Meteorologie
Tel.: 040 41173 184
E-Mail: lydia.keppler@we dont want spammpimet.mpg.de

Dr. Peter Landschützer
Max-Planck-Institut für Meteorologie
Tel.: 040 41173 145
E-Mail: peter.landschuetzer@we dont want spammpimet.mpg.de