Kim Naudts tritt Professur in Amsterdam an

Foto von Kim Naudts

Kim Naudts; Foto MPI-M

Dr. Kim Naudts, Wissenschaftlerin in der Abteilung "Land im Erdsystem" am Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M), hat eine Juniorprofessur an der Vrije Universiteit (VU) Amsterdam angenommen. Sie arbeitet seit April 2019 als Juniorprofessorin auf dem Gebiet der biogeochemischen Kreisläufe, wird aber auch noch eng mit der Emmy Noether Forschungsgruppe "Forstwirtschaft im Erdsystem" am MPI-M zusammenarbeiten. 

Kim Naudts hat Ökologie an der Universität Antwerpen in Belgien studiert und auch dort ihre Promotion abgeschlossen. Anschließend arbeitete sie als Nachwuchswissenschaftlerin am Laboratoire de Sciences du Climat et de l'Environnement (LSCE) in Paris. Als Mitarbeiterin in der unabhängigen Emmy Noether Nachwuchsgruppe "Forstwirtschaft im Erdsystem" untersuchte sie am MPI-M die Wechselwirkungen von Landnutzungsänderungen und Klima.

Entwaldung hat einen eindeutigen Einfluss auf das globale Klima, aber unauffälligere Änderungen in der Vegetationsbedeckung, zum Beispiel durch Forstwirtschaft, wurden bisher weniger beachtet. "Dennoch können Landnutzungsänderungen ähnlich große Effekte auf Kohlenstoff- und Energieflüsse haben wie die Entwaldung," sagt Kim Naudts. Mit Hilfe von Erdsystemmodellen haben Kim Naudts und Kolleg*innen gezeigt, dass forstwirtschaftliche Entscheidungen in der Vergangenheit, wie die massive Umstellung von Laubbäumen auf Nadelbäume, Auswirkungen auf die regionale bodennahe Temperatur haben. Allerdings dürften in Gebieten mit intensiver Forstwirtschaft, wie in Europa, die Klimavorteile, die durch die Forstwirtschaft erreicht wurden, durch die Kompensationseffekte von zunehmender Kohlenstoffbindung und damit unabsichtlich einhergehenden Änderungen in der unteren Atmosphäre eher moderat sein. 

In der Abteilung Erdsystemwissenschaften an der VU wird Kim Naudts auf diesen Gebieten weiterforschen, indem sie die Rolle der Forstwirtschaft für die Anpassung an den Klimawandel untersuchen wird. "In erster Linie ist die Aufgabe der Forstwirtschaft nicht unbedingt der Klimaschutz, sondern die Anpassung der Waldbedeckung an das zukünftige Klima. Schäden durch Feuer, Stürme, Schädlinge und Sommertrockenheit sollen vermieden werden, damit der Wald in seiner Rolle als Lieferant von Holz und mit seinen ökologischen, sozialen und kulturellen Dienstleistungen erhalten bleibt." Insbesondere wird die zukünftige Arbeit auf den Grundprinzipien der Biologie und Physik aufbauend die ökologische Realität von Landoberflächenmodellen verbessern, um die Auswirkungen von Landwirtschaft auf natürliche Störungen besser zu verstehen.

 

Kontakt

Dr. Kim Naudts
Max-Planck-Institut für Meteorologie
E-Mail: kim.naudts@we dont want spammpimet.mpg.de