Juan Pedro Mellado tritt Professur in Barcelona an

Foto © Juan Pedro Mellado



Dr. Juan Pedro Mellado, der eine Max-Planck-Forschungsgruppe in der Abteilung “Atmosphäre im Erdsystem” am Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) leitete, hat den Ruf an die Polytechnische Universität von Katalonien (Universidad Politécnica de Cataluña) in Barcelona angenommen. Ab April 2019 wird er dort ordentlicher Professor für Luft- und Raumfahrttechnik sein. Seine Max-Planck-Forschungsgruppe „Turbulente Mischungsprozesse im Erdsystem“ am MPI-M wird er auch 2019 weiterhin betreuen. 



Dr. Juan Pedro Mellado studierte an der School of Aeronautical Engineering an der Polytechnischen Universität Madrid und promovierte in Luft- und Raumfahrttechnik an der University of California, San Diego. Nach Anstellungen in Deutschland und Spanien, in denen er sich mit Turbulenzen und Verbrennungsvorgängen beschäftigt hat, wandte er sich der geophysikalischen Turbulenz zu. „Sobald ich anfing, etwas über Wolken und planetare Grenzschichten zu lernen, faszinierte mich, wie viele Probleme es gibt und wie wenig wir manchmal wirklich verstehen. Ich war schnell begeistert und hatte das Glück, eine Max-Planck-Forschungsgruppe zu erhalten, um einige Ideen auszuprobieren.“

Seit 2010 leitet er die Max-Planck-Forschungsgruppe „Turbulente Mischungsprozesse im Erdsystem“ am MPI-M. Die Gruppe hat einen eigenen Ansatz zur Untersuchung kleinräumiger Turbulenzen in planetarischen Grenzschichten und Wolken entwickelt. „In einigen Fällen ist der große Maßstab alles, was wir brauchen, um Turbulenzeffekte originalgetreu darzustellen“, sagt Mellado. „In anderen Fällen werden Skalen von wenigen Metern und unter einem Meter entscheidend, da sie die gesamte Grenzschicht und damit die Wechselwirkung zwischen Atmosphäre, Land und Meer steuern. Die direkte numerische Simulation und das High-Performance-Computing haben es uns ermöglicht, neue Erkenntnisse auf diesen Skalen zu gewinnen.“ Die für diesen Ansatz notwendigen Rechenressourcen sind keine Kleinigkeit; die Gruppe hat in den letzten 8 Jahren 230 Millionen Stunden Rechenzeit im Jülich Supercomputing Centre verbraucht. Diese Ressourcen haben es Mellados Gruppe jedoch ermöglicht, langjährige Fragen zu stabilen Grenzschichten, Oberflächenschichten, Lufteinschlüssen und Wolkenvermischung zu beantworten.


Prof. Bjorn Stevens, Direktor und Leiter der Abteilung “Atmosphäre im Erdsystem”, arbeitete eng mit Dr. Mellado zusammen. Er sagt: “Dr. Mellado ist ein herausragender Wissenschaftler, einer der begabtesten, mit denen ich je zusammengearbeitet habe, und einer der wenigen, dem es wirklich zu verdanken ist, dass er neue Forschungsgebiete eröffnet hat. Während seiner Tätigkeit am MPI-M hat seine Gruppe einige langjährige Probleme im Zusammenhang mit der Vermischung an Wolkenrändern und der Art und Weise, wie sich konvektive Grenzschichten ausdehnen, gelöst. Es war eine Freude, die Fortschritte seiner Forschungsgruppe, den Erfolg ihrer vielen Mitglieder und die wachsende Anerkennung seiner Beiträge auf diesem Gebiet weiter zu verfolgen. Wir sind alle sehr stolz auf ihre Leistungen, die Rolle, die die Max-Planck-Gesellschaft bei ihrer Unterstützung gespielt hat, und freuen uns sehr auf neue Kooperationen mit Prof. Mellado.”

Am Institut für Physik der UPC wird Dr. Mellado diese Grundlagenforschung zu Grenzschichten und Wolken fortsetzen und durch Anwendungen in der Wind- und Solarenergie sowie in der Flugmeteorologie ergänzen. „Diese Anwendungen werden für Schlüsselsektoren unserer Gesellschaft, wie Energie und Verkehr, immer wichtiger. Sie verbinden die beiden Forschungsbereiche, die ich an der UPC fördern möchte, nämlich Luft- und Raumfahrttechnik und Umweltströmungen.“ Die Windenergie ist häufiger in den Nachrichten zu finden, aber die Flugmeteorologie ist ein Schlüsselaspekt des Luftverkehrs und der Sicherheit, vom Flughafenbetrieb bis hin zu Turbulenzen in wolkenfreier Luft. Es ist weitere Arbeit erforderlich, um zu verstehen, wie sich der Klimawandel auf diese Themen auswirken könnte.

 

Kontakt:

Dr. Juan Pedro Mellado

Max-Planck-Institut für Meteorologie

E-Mail: juan-pedro.mellado@we dont want spammpimet.mpg.de