Alexander Lemburg erhält Preis der American Meteorological Society für herausragenden Vortrag

Foto © MPI-M, B. Diallo

Die American Meteorological Society hat Alexander Lemburg den Preis „Outstanding Student Oral Presentation“ verliehen. Er ist Doktorand in der Abteilung “Land im Erdsystem” am Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) und erhielt den Preis für seinen Vortrag „Sahel Rainfall—Tropical Easterly Jet Interaction on Intraseasonal Time-Scales with a Focus on the Role of Jet-Induced Upper-Level Divergence for Mesoscale Convective Systems“ während der 32nd Conference on Climate Variability and Change im Januar 2019. Die Auszeichnung würdigt herausragende Vorträge und Poster von Doktoranden und Postdocs und ist mit einem Preis von 125 $ dotiert.

Alexander Lemburg zeigte in seinem Vortrag in Phoenix, dass die Variabilität des Tropical Easterly Jet (TEJ) über Westafrika auf kurzen Zeitskalen keinen bedeutenden Einfluss auf die Niederschläge im Sahel ausübt. Eine aktive Rolle des TEJ für die Niederschlagsentwicklung wurde zuvor in der Literatur kontrovers diskutiert.

Bei dem TEJ handelt es sich um ein Starkwindband in der oberen Troposphäre, welches sich während der Sommermonate vom indischen Monsunsystem bis nach Westafrika erstreckt und ein typisches Merkmal des westafrikanischen Monsuns darstellt. Frühere Studien haben gezeigt, dass die Intensität des TEJ über Westafrika auf interannualen bis multidekadischen Zeitskalen stark mit dem Niederschlag in der Sahelzone korreliert ist. Es wurde zudem vorgeschlagen, dass die Lage und Intensität des TEJ die großräumige Konvergenz und Divergenz in der oberen Troposphäre über Westafrika und somit eventuell auch die Niederschlagsverteilung mitbestimmt. Insbesondere auf kürzeren Zeitskalen kann in der Nähe regionaler Jet-Maxima, sogenannter jet streaks, substantiell erhöhte Divergenz auftreten, wodurch laut einer kürzlich veröffentlichten Fallstudie die Initiierung und insbesondere Organisation hochreichender Konvektion befördert werden könnte. Diese vorherigen Studien, die dem TEJ eine mögliche aktive Rolle für die Niederschlagsentwicklung über Westafrika zusprechen, motivierten Alexander Lemburg, Jürgen Bader und Martin Claußen dazu, den Zusammenhang zwischen dem TEJ über Westafrika und dem Sahelniederschlag genauer zu untersuchen, und zwar auf der synoptischen bis intrasaisonalen Zeitskala.  Mit Hilfe umfassender statistischer Analysen von räumlich und zeitlich hochaufgelösten Beobachtungsdaten und Reanalysemodellen konnten Lemburg et al. zeigen, dass die Variabilität des TEJ innerhalb einer Monsunsaison eher eine Folge der Niederschlagsvariabilität ist als andersherum. Zudem gab es keine Hinweise darauf, dass mit dem TEJ verbundene Divergenzanomalien in der oberen Troposphäre eine unterstützende Rolle für die Initiierung und Organisation von mesoskaligen konvektiven Systemen spielen.

Diese auf der Konferenz vorgestellten Forschungsergebnisse, die Teil der Doktorarbeit von Alexander Lemburg sind, wurden zudem vor kurzem in dem Journal „Monthly Weather Review“ der American Meteorological Society veröffentlicht. Der Artikel, zur Zeit noch in einer Pre-Release-Version, ist unter folgendem Link zu erreichen: https://journals.ametsoc.org/doi/abs/10.1175/MWR-D-18-0254.1

 



Weitere Informationen:
Abstract von Alexander Lemburgs Vortrag
Webseite der American Meteorological Society

Kontakt:
Alexander Lemburg
Max-Planck-Institut für Meteorologie
Tel.: 040 41173 254
E-Mail: alexander.lemburg@we dont want spammpimet.mpg.de